
Ein Semester im Ausland - eine aufregende Erfahrung. Zwei Hochschul-Kooperationen stehen im Vordergrund, wenn es Informatikstudierende der Westfälischen Hochschule ins Ausland verschlägt: Finnland und Brasilien.
Linda (23) Informatik-Studierende des sechsten Semesters mit Fachrichtung Medieninformatik, hat es gewagt. Von August 2008 bis Januar 2009 studierte sie an der Savonia University of Applied Sciences im finnischen Kuopio. Von ihren persönlichen Erfahrungen erzählt sie im Interview.
Wer sich für ein Semester im Ausland interessiert, kann sich an unseren Auslandsbeauftragten
Prof. Znotka wenden. Weitere Informationen hält auch das
Akademische Auslandsamt der Hochschule bereit.
Linda, warum hast du Dich für Finnland entschieden?
Zum einen ist die Vorlesungssprache in Finnland Englisch. Zum anderen war ich bereits schon vorher zwei Mal in Skandinavien, in Schweden, und da hat es mir sehr gut gefallen. Finnland hat mich neugierig gemacht.
Und? Wurden Deine Erwartungen erfüllt?
Absolut. Schon bei der Ankunft hat mich die Landschaft beeindruckt. Alles ist grün dort. Und die Stadt Kuopio ist sehr lebendig. Da dort viele Studenten wohnen, ist dort auch abends immer was los. Langeweile kommt nie auf.
Gab es denn auch Schwierigkeiten?
Da hatte ich eigentlich auch mit gerechnet. Aber es wird wirklich alles sehr gut organisiert. Man muss sich im Prinzip nur noch um einen Platz im Wohnheim kümmern. Bei allen formellen Dingen wird man unterstützt, so dass man nichts vergessen kann. Die FH Savonia hat ein ausgezeichnetes Tutoren-Programm. Gleich bei Ankunft wird man von seinem Tutor vom Flughafen abgeholt und bekommt ein Survival Package mit Tellern und Handtüchern und so. Die finnische Fachschaft veranstaltet eine Einführungswoche, Partys und Ausflüge. Die Betreuung ist wirklich optimal, so dass man mit wenigen Problemen konfrontiert wird.
Wie hast Du dort gewohnt?
Ich habe im Wohnheim in einer Zweier-WG gewohnt. Mit meiner polnischen Mitbewohnerin habe ich mich super verstanden. Man kann dort aber auch in WGs mit bis zu fünf Personen wohnen.
Wie waren die Vorlesungen für dich? Konntest Du alles verstehen?
Auch das war einfacher als gedacht. Man gewöhnt sich schnell daran, dass nur Englisch gesprochen wird. Die finnischen Professoren sind ebenfalls keine englischen Muttersprachler. Da begegnet man sich sprachlich auch noch mehr auf Augenhöhe. Sprachliche Probleme hatte ich keine.
Werden die Leistungen anerkannt?
Die Kurse aus Finnland werden zum Teil direkt anerkannt. Wenn die Kurse nicht genau übereinstimmen, wird eine Lösung gefunden, zum Beispiel durch eine Teilanerkennung.
Was macht man in der Freizeit, besonders im Winter?
Man kann auf vielen Seen Schlittschuh laufen und es gibt ein Loipennetz. Ein Spiel des Eishockeyteams sollte man auch nicht verpassen. Natürlich ist auch die Sauna noch besser, wenn es draußen richtig kalt ist. Abgesehen davon, macht man in Finnland genau dasselbe wie in Deutschland: sich mit Freunden treffen, ausgehen, ins Kino gehen und so weiter.
Was hast Du für Dich persönlich aus Finnland mitgenommen?
Ich war zum ersten Mal in meinem Leben auf mich allein gestellt. Ich habe zum ersten Mal alleine gewohnt. Man musste aufpassen, dass das Geld am Ende des Monats nicht zu knapp wurde. Und das alles in einer großen Entfernung von zuhause. Ich denke, das hat mich selbstständiger gemacht. Und ich habe viele Freunde gefunden. Kontakte, die auch jetzt noch bestehen. Neulich war ich für eine Woche in Polen und habe dort Freunde aus dem Studium in Finnland besucht.
Was waren Deine Highlights bei Deiner Zeit in Finnland?
Ein Wochenende in Lappland. Wir waren in der totalen Einöde, mitten in der Natur. Gerade für einen Stadtmenschen eine tolle Erfahrung. Aber was mich am meisten beeindruckt hat, war die Gemeinschaft der internationalen Studierenden. Egal, ob einem etwas fehlte oder wo man Hilfe brauchte, es gab gleich immer mehrere, die einem ohne Wenn und Aber Hilfe angeboten haben.